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27. Juli 2018

Sodom: Elektroschrott am Limit

Ein neuer Film soll uns zum Nachdenken anregen. Er zeigt das Leben der Smartphones, nachdem ihr es nicht mehr benötigt.

Alte Smartphones: Wohin mit dem Elektroschrott?

Sich ein neues Smartphone oder auch andere elektronische Geräte zu beschaffen, ist heute leichter als jemals zuvor. Egal, aus welcher Ecke der Welt: Die verlöteten Schaltkreise, die uns so viel Freude bereiten, sind innerhalb weniger Tage auf Wunsch bei uns. Oftmals ersetzen wir damit Geräte, aber was wird eigentlich aus dem ausgemusterten Gadget?

Lohnt sich ein privater Verkauf nicht, macht man es sich oft leicht und entsorgt das einfach über den Hausmüll. Das ist eigentlich nicht erlaubt, aber für viele eben die bequemste Lösung. Was soll so ein einzelnes Gerät im Müll schon schaden?

Diese Geräte landen dann ganz weit weg aus unserem Wahrnehmungsfeld in Afrika. Dort werden sie auf Europas größter Elektromüllkippe dann auseinandergenommen. Immerhin enthalten technische Geräte wertvolle Materialien wie seltene Erden, Gold und viel Kupfer. Darüber hinaus aber eben auch jede Menge Schadstoffe.

Elektroschrott nach Afrika

Afrika ist nicht nur weit genug weg, sondern schert sich auch wenig genug um die Umwelt oder die Arbeitsbedingungen auf dieser Müllkippe, die von den Menschen dort "Sodom" genannt wird. Die Menschen, die dort leben und mit der Müllkippe auch ihren Lebensunterhalt bestreiten, sind die großen Verlierer der digitalen Revolution.

"Welcome to Sodom - Dein Smartphone Ist Schon Hier" ist ein Film, der das Leben dieser Menschen zeigt. Die Lebensumstände und die Schicksale dieser Personen, die am unteren Ende der Wertschöpfungskette stehen, werden dem Zuschauer in diesem Film auf durchaus brutal ehrliche Weise präsentiert. Dabei geht es weniger um die kriminellen Machenschaften des illegalen Elektroschrotthandels.

Sodom wird von den Arbeitern auf der Müllhalde dabei häufig mit einem Monster verglichen. Manchmal tötet man das Monster und manchmal tötet das Monster einen.

Atemschutz beim Verbrennen von dicken Kabelbündeln, um den Kunststoff loszuwerden? Fehlanzeige. Alles spielt sich unter freiem Himmel ab, ohne Rücksicht auf die Menschen und ohne Rücksicht auf die Natur. Zum Wohle des Kapitalismus.

Umwelthilfe gegen die Hersteller

Der Film selbst ist dabei dennoch eher neutral gehalten. So gibt es beispielsweise keine Aufrufe, diese Dinge abzustellen. Es werden einfach nur Augen öffnend die Schicksale der Menschen dort mit dem Zuschauer geteilt. Unaufgeregt, ohne direkte Vorwürfe, einen Einblick in die Träume der Menschen auf der Müllkippe gebend.

Der Film startet Ende Juli in diversen Kinos, genauere Informationen dazu gibt es auf der Webseite zum Film. Statt des nächsten Actionstreifens vielleicht einfach mal die brutale Realität anschauen, auch wenn diese eventuell nicht so positiv unterhaltsam ist.

Dass es vielleicht einmal gar nicht mehr solche Müllkippen geben muss, dafür setzt sich auch die Deutsche Umwelthilfe ein. Die nicht unumstrittene Organisation mahnt immer wieder Hersteller und Händler ab, die sich nicht an Regeln halten, was die unproblematische Rücknahme von Altgeräten angeht.

Apple im Fokus der Umwelthilfe

Ganz aktuell trifft es beispielsweise Apple, Hagebau und Kaufland, im Mai hatte man bereits Media Markt, Saturn, Globus und weitere ins Visier genommen. Problematisch sei hier das Vorgehen der Politik, die Regeln würden nicht ausreichend kontrolliert und noch seltener auch geahndet.

Die Deutsche Umwelthilfe geht sogar so weit, dass nach eigenen Aussagen systematische Gesetzesverstöße festgestellt wurden. Seit dem 24. Juli 2016, also seit ziemlich genau zwei Jahren, sind Unternehmen zu einer kostenlosen Rücknahme von Elektroaltgeräten verpflichtet. Gleichzeitig müssen sie auch über Rückgabemöglichkeiten informieren.

Dabei geht man wohl auch recht kleinlich vor, denn selbst solche Unternehmen, die sich an die gesetzlichen Mindeststandards halten, sollen die Informationen umständlich verbergen oder das Rückgabeprocedere verkomplizieren. Erwähnt wird allerdings nicht, wie das zum Einhalten der gesetzlichen Mindeststandards passt. Entweder es wird etwas eingehalten oder eben nicht.

Altgeräte nicht in den Hausmüll

Insofern muss man, so löblich der Ansatz der Deutschen Umwelthilfe auch ist, dennoch ein bisschen skeptisch sein. Am besten ist immer, man fängt bei sich selbst an.

Einfach darauf achten, was man mit seinen Altgeräten macht. Diverse Produkte lassen sich zum Beispiel auch problemlos zum Ausschlachten spenden. So tut man gleich doppelt Gutes, das gibt Zusatzpunkte auf dem technischen Karma-Konto.

Letztendlich wird es aber wohl so sein, dass die Realität anders aussieht und auch die Geräte, die wir morgen und übermorgen kaufen, irgendwann mal in Sodom landen, wo sie dann wieder die Träume der Menschen dort befeuern.

 

Caschy

Dortmunder im Norden. Blogger, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac. Auch zu finden bei Twitter, Google+ , Facebook, XING und youtube

Themen dieses Artikels
Caschy Smartphone
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