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30. Oktober 2019

RCS: Konkurrenz für WhatsApp und Co.?

Ist RCS eine echte Alternative zu Messenger-Diensten wie WhatsApp und Telegram? Hier erfährst du alles über RCS-Messaging.

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Die gute alte SMS (Short Message Service) gibt es schon seit fast 30 Jahren. Im Jahr 2008 wurde mit den Rich Communication Services (RCS) ein zeitgemäßer Nachfolger des Kurzmitteilungsstandards vorgestellt. Doch vermutlich haben die wenigsten bisher etwas davon mitbekommen. Warum das so ist, erfährst du hier.

Was genau ist RCS?

Bevor wir dazu kommen, klären wir zunächst die grundlegende Frage: "Wozu brauchen wir einen Nachfolger der SMS, wenn wir doch starke Messenger-Dienste wie WhatsApp und Co. haben?" Die Antwort ist simpel: Das Problem der beliebten Messenger-Dienste im Vergleich zur SMS ist, dass sie nicht untereinander kommunizieren können. Es geht nur von App zu App. Jeder Messenger ist eine Insellösung, abgeschnitten von den anderen.

Wenn innerhalb deiner Familie und in deinem Freundeskreis verschiedene Apps im Einsatz sind, musst du also auch mehrere Apps installieren, um mit allen kommunizieren zu können. Alternativ greifst auf den Dinosaurier SMS zurück. Hier setzt RCS an: Die RCS-Services bieten praktisch dieselben umfangreichen Features wie WhatsApp und Co.

Zudem kannst du mit ihnen genau wie per SMS unabhängig vom jeweiligen Endgerät und ohne Bindung an eine bestimmte Messenger-App kommunizieren. Im Idealfall jedenfalls.

Stärken und Schwächen im Überblick

Die RCS-Services bieten den gleichen Komfort, den du von modernen Messaging-Apps gewohnt bist – und das auf Basis einer neutralen und anbieterunabhängigen Plattform. Neben Text- und Sprachnachrichten lassen sich auch Bilder und Videos einbetten, Gruppen- und Videochats sind ebenfalls an Bord. Und auch auf Emojis musst du nicht verzichten.

Zeichenbegrenzungen wie bei der guten, alten SMS sind Schnee von gestern. Und selbst wenn du ein uraltes Handy hast, auf dem moderne Messenger-Dienste nicht laufen, ist das kein Problem: Dann erhältst du deine Nachrichten mit RCS einfach als SMS.

Noch ein Plus: Die RCS-Services versprechen mehr Datenschutz, während die Nutzung von Messengern hinsichtlich ihrer Vereinbarkeit mit der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) zumindest bedenklich ist. Anders als beispielsweise WhatsApp RCS nicht auf die gespeicherten Daten deines Smartphones zu (Kontakte, Telefonbucheinträge etc.). Außerdem überträgt RCS Daten stets verschlüsselt.

Allerdings sind RCS (noch) nicht  Ende-zu-Ende-verschlüsselt. Bei WhatsApp und einigen anderen Messenger-Diensten ist dies hingegen Standard. Genau wie bei SMS und Telefon gibt es bei den RCS-Services sogar zentrale Abhörschnittstellen für Behörden.

Es gibt sogar starke Bestrebungen, derartige Schnittstellen auch bei den anderen etablierten Apps durchzusetzen. Als Begründung werden vor allem Sicherheitsaspekte und eine leichtere Strafverfolgung angeführt.

Vorerst ausgebremst

Warum konnte sich RCS-Messaging trotz der Vorteile in puncto Kompatibilität und Konnektivität bislang nicht als universeller Messenger-Standard durchsetzen? Weil dazu noch immer die Grundvoraussetzungen fehlen. Es gibt gleich mehrere Baustellen, die Investitionen erfordern:

  • Für einen reibungslosen Ablauf wäre es zunächst wichtig, dass die Betriebssysteme der Endgeräte und die Mobilfunkanbieter RCS unterstützen.
  • Zudem müssen die Handy-Hersteller natürlich einen RCS-Support in ihre SMS-Clients integrieren. Bisher unterstützen viele Mobilfunkanbieter das RCS-Messaging aber nur zögerlich. Erst 2016 – also ganze acht Jahre nach der Vorstellung – konnte man sich mit dem „Universal Profile“ auf einen brauchbaren Standard einigen.
  • Aber auch die Nutzergewohnheiten bremsen den Erfolg der RCS-Services aus. Wer sich jahrelang an bestimmte Apps gewöhnt hat, stört sich häufig gar nicht mehr daran, mehrere Dienste gleichzeitig zu nutzen. Für die Provider stellt sich die Frage, ob sich eine Investition in einen „neuen“ Standard trotz der Vorteile lohnt.

Neue Impulse durch Google

Die Situation könnte sich jedoch bald ändern: Google hat nämlich ein handfestes wirtschaftliches Interesse an der Verbreitung des RCS-Messaging und treibt diese auf eigene Faust voran. Mittlerweile zeichnen sich auch Erfolge ab. Rund 70 Provider in knapp 50 Ländern unterstützen RCS bereits. Weltweit gesehen ist das zwar nur ein Bruchteil, doch es werden mehr. Seit Kurzem ist auch der US-Mobilfunk-Marktführer Verizon an Bord. Die US-Provider übernehmen bis dato eine Vorreiterrolle.

Je mehr Provider sich anschließen, desto eher könnten die Rich Communication Services zur integrierten Lösung werden und RCS könnte inkompatible Apps ablösen. Die lange Reise, die 2008 begann, könnte also doch noch ein erfolgreiches Ende nehmen. Außerdem verspricht Google, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nachzureichen.

Doch was genau steckt hinter dem Interesse von Google am RCS-Standard? Die Erklärung ist einfach: Seit Übernahme der Firma Jibe ist der Suchmaschinengigant in der Lage, passende Cloud-Lösungen für die technische Abwicklung der RCS-Services anzubieten. Potenzielle Abnehmer sind natürlich die Mobilfunk-Anbieter, denen die Einführung von RCS obliegt.

Plan B in Sicht

Selbst wenn RCS scheitern sollte, könnte sich der Messaging-Standard in einem anderen Bereich als wertvoll erweisen. Im Service und Kundensupport nutzen Firmen häufig SMS für eine automatisierte Kundenkommunikation. Hier könnten die RCS-Services als Plattform für Feedback- und Chatbot-Dienste fungieren. Darüber hinaus stünden den Kunden erweiterte und komfortable Kommunikationsfunktionen zur Verfügung, angereichert mit vielen multimedialen Features.

Die wichtigsten Infos im Überblick

  • Die RCS-Services gelten als zeitgemäßer Nachfolger der SMS und könnten die beliebten Messenger-Dienste als universeller, plattformunabhängiger Standard ersetzen.
  • Die Mobilfunkprovider müssten allerdings in die Technik investieren. Dies geschieht bislang zögerlich.
  • Google treibt den Einstieg ins RCS-Messaging offensiv voran.

Foto: ©Shutterstock/Tonktiti

Gunnar

Westfale im Norden. Begeistert von Smartphones, Gadgets und technischem Firlefanz. Liebt Ska, Social Media und Journalismus. Ist bei Twitter zu finden und nebenbei Buchautor.

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