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27. Juni 2018

Instagram: Ist das schon Werbung?

Muss man seine Postings in den sozialen Medien als Werbung kennzeichnen, sobald ein Produkt genannt wird? Die Unsicherheit ist groß.

Werbung auf Instagram: Der Fall Vreni Frost

Instagram hat gerade erst erklärt, mehr als eine Milliarde Nutzer auf der Plattform zu vereinen. Das ist eine beachtliche Zahl und die Nutzerzahlen steigen weiter. Neben Instagram gibt es eine Vielzahl an anderen Plattformen, auf dem die Menschen sich umhertreiben. Das birgt gewisse Gefahren in einem Land, in dem der Gesetzgeber mehr als planlos agiert.

Worum geht es genau? Aktuell geht es um die Bloggerin Vreni Frost, die vom Verband Sozialer Wettbewerb abgemahnt wurde. In ihren Postings hatte sie die Marke der Kleidungsstücke im Bild vertaggt, dieses Posting jedoch nicht als Werbung gekennzeichnet. Da sie keinerlei finanzielle Vergütung erhalten hatte, schien dies auch nicht notwendig. Sollte man meinen.

Laut der Urteilsbegründung ist es nun aber so, dass die Nennung einer Marke in Zukunft als Werbung gekennzeichnet werden muss. Woher kommt diese irrwitzige Idee? Es gibt Influencer, die in der Vergangenheit viel Kohle von Unternehmen bekommen und diverse Produkte in ihrer Community ausgerollt haben.

Gerichtsurteil als Farce

Dagegen musste der Gesetzgeber vorgehen und das ist auch ok. Wer sich für Werbung bezahlen lässt, der soll dies seinen Followern gegenüber auch kenntlich machen. Gerade jugendliche Follower sind beeinflussbar und ich denke, da gibt es auch keine zwei Meinungen. Werbung sollte als Werbung zu erkennen sein.

Was hier passiert, ist allerdings aus meiner Sicht eine Farce. Ja, in Deutschland ist das Internet anscheinend immer noch Neuland und dieses Urteil ist einfach nur peinlich – zumindest aus meiner Sicht. Denn man muss mal überlegen, was das Gericht hier sagt. Ist es nun schon Werbung, wenn ich in einem Restaurant bin und meinen Standort freigebe?

Was, wenn ich mir ein T-Shirt einer Marke kaufe und voller Stolz ein Foto davon poste? Wenn ich die eine Biermarke bevorzuge und das öffentlich an meine Follower richte? Ja, geht gegen Schleichwerbung vor, aber lasst doch bitte die User in Ruhe, die sich auf Instagram oder wo auch immer rumtreiben und ihre Community bespaßen.

Ein Urteil gegen die Meinungsfreiheit 

Und gerade Vreni Frost ... Eine Bloggerin, die immer Wert drauf gelegt hat, ihre User über genau diesen Fakt aufzuklären. Bezahlte Postings sind immer mit einer Kennzeichnung versehen worden. Aber warum soll man denn bitte eine persönliche Vorliebe als Werbung kennzeichnen? Das ist unfassbar lächerlich.

„Es muss möglich sein, Meinungsfreiheit zu haben – egal, ob man jetzt tiefgründige Sachen postet oder eben Beauty, Mode und sonstige Lifestyle-Themen“, sagte Frost gegenüber lead-digital. Und sie will gegen das Urteil klagen. Allerdings wird es nicht richtungsweisend sein, da es sich hier nur um ein Verfügungsverfahren handelt.

Dennoch: Sollte das Gericht diese Entscheidung kippen, wäre die Gefahr für andere Blogger ein wenig geringer, eine Abmahnung zu bekommen – platt gesprochen. Denn je mehr dieser Fälle pro Influencer ausgehen, desto besser ist das. Man muss nämlich auch sagen, dass kein Anwalt der Welt euch einen Rat geben kann, mit dem ihr auf der sicheren Seite seid.

Sicher ist, dass nichts sicher ist

Es handelt sich hier auch nicht um das Bundesverfassungsgericht, dessen Urteil bindend wäre. Letztlich geht es im Fall Vreni Frost um die Frage, ob ihr Posting eine geschäftliche Handlung darstellt. Wer will das beurteilen? Ist ein Facebook-Posting gewerblich, wenn man 1000 Freunde hat? Ein Gericht könnte sagen, dass niemand 1000 Freunde hat, es also gewerblich ist.

Es gibt also keinerlei Anhaltspunkte, wann ein Influencer privat handelt, oder eben nicht. Was bedeutet das nun für euch? Wer sicher sein will, müsste über jedem Posting das Wort „Werbung“ platzieren. Alleine deswegen mache ich mir große Sorgen um die journalistische Freiheit, denn sollten solche Abmahnungen in Mode kommen, wären wir alle Freiwild.

Ich kann nur hoffen, dass Vreni Frost Berufung einlegt und diese von Erfolg gekrönt wird. Das Internet mag für viele Menschen noch Neuland sein, aber die Tagesschau muss auch nicht als Dauerwerbesendung gekennzeichnet werden. Blättern ist kein Klicken, doch in Zeitschriften darf die Welt auch ohne Kennzeichnung wissen, wer das Kleid von Meghan Markle entworfen hat.

Gunnar Social

Westfale im Norden. Begeistert von Smartphones, Gadgets und technischem Firlefanz. Liebt Ska, Social Media und Journalismus. Hat einen Blog und ist auch bei Twitter zu finden.

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