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25. April 2019

Influencer: Mehr Macht als die Presse?

Die Fälle häufen sich, in denen Influencer sich gegen eine kritische Berichterstattung wehren. Mit zweifelhaften Methoden.

Influencer und die Macht

Influencer sind keine Modeerscheinung – im Gegensatz zu dem Wort, mit dem Meinungsmacher aus dem Internet inzwischen gerne betitelt werden. Influencer gab es schon immer und es wird sie immer geben. Was sich verschoben hat, ist das Medium, in dem sie auftreten. Früher waren es das TV oder Zeitschriften, heute sind es die Kanäle im Social Web.

Auch ist es ein Vorurteil, dass man heute nichts mehr können muss, um Reichweite und Gehör zu bekommen. Denn wo liegt der Unterschied, ob man als Fußballer TV-Werbung in die Welt schickt, als Pop-Sternchen eine Kolumne bekommt oder nun, als Comedian, YouTuber sowie Instagrammer, seinen eigenen Kanal benutzt, um Aufmerksamkeit zu bekommen?

Rhetorische Frage, denn einen Unterschied in der Legitimation, eine Meinung zu verbreiten, gibt es nicht. Auch sind die Ursachen für den Drang, sich permanent zu präsentieren, gleich geblieben: Es geht wie immer um das liebe Geld. Verschoben haben sich lediglich die Grenzen, in denen ein Austausch stattfindet – Anonymität ­ist abhanden gekommen.

Influencer und ihre Reichweite 

Das bedeutet auch, dass Influencer eine Metamorphose erfahren haben, die Macht mit sich gebracht hat. TV-Spots oder Kolumnen brachten Sichtbarkeit, aber es fehlte die Art von Austausch, die Social Media bietet. Stars wurden immer schon kritisiert, mit satirischen Artikeln bedacht oder einfach nur genau unter die Lupe genommen.

Das war es aber schon, eine kritische Auseinandersetzung fand nicht weiter statt. Nun leben wir in einer vernetzten Welt, in der Influencer eine Armee an Fans und Followern hinter sich scharen, die sich wiederum in der Anonymität des Internets schnell formieren lassen, um zu jeglicher Art von Gegenschlag ausholen zu können.

Die Grenzen verschieben sich, wie es Quentin Lichtblau in der Süddeutschen schreibt. Influencer verfügen über eine Reichweite, die Zeitungen sich wünschen würden. Print ist nicht tot, aber selbst Online-Angebote werden nicht so frequentiert wie Stories von Influencern, die nicht selten über eine Follower-Anzahl von mehreren Millionen Menschen verfügen.

Influencer vs Journalisten 

Journalisten sollen kritisch, aber unbefangen sein. Die alten Medien sind oft kritisch, Kolumnen dabei natürlich persönlich geprägt – allerdings nie verletzend, attackierend oder hetzend (abgesehen von z.B. der Bild). Während es vor 20 Jahren kaum die Möglichkeit gab, sich gegen einen Artikel zur Wehr zu setzen, sieht das heute anders aus.

Das musste die Journalistin Anja Rützel erfahren, die sich des About You Awards annahm und eine Kritik schrieb, in der Komikerin Enissa Amani (Entschuldigung, Comedienne) nicht unbedingt gut wegkam – allerdings in ironischer Art und Weise geschrieben, ohne die Künstlerin persönlich anzugreifen.

Seien wir ehrlich: Wer sich in der Öffentlichkeit präsentiert und in seinem Comedy-Programm auch mal gegen Randgruppen witzelt, der sollte auch mit öffentlicher Kritik umgehen können. Nur warum sollte man es tun, wenn man über eine Armee an bedingungslosen Soldaten/innen verfügt? So hielt es Amani und holte mittels ihrer Kanäle zum Gegenschlag aus.

Kritik darf sein, Hass bitte nicht 

Ich bin über Twitter drauf aufmerksam geworden und musste auch erst Google bemühen, um zu sehen, wer Frau Amani ist. Ich muss gestehen, dass ich schon erschrocken war, mit welchen Methoden da gefeuert wurde. Es ist eine Sache, ein Bühnenprogramm oder einen Artikel zu kritisieren. Es ist aber eine andere Geschichte, wenn es persönlich wird und Kalkül im Spiel ist.

Denn Amani rief ihre Follower mehr oder weniger dazu auf, die Social-Kanäle der Journalistin zu stürmen. Selbst wenn sie es nicht gewollt hätte, wäre nach dem Bekanntwerden des Shitstorms ein Stoppen der Angriffe wünschenswert gewesen. Doch Amani heizte die Stimmung weiter an und versah die Angriffe mit einer Genugtuung, die nicht angemessen war.

Beispiele gibt es zur Genüge und die Palette ist breit gefächert. Ob es ConCrafter ist, der einen Club (ohne ihn jedoch namentlich zu nennen) angriff, weil man ihm einen kostenlosen Einlass mit integrierten Freigetränken verweigerte oder der Rapper Capital Bra, der das Foto eines Journalisten veröffentlichte, der ihn zuvor kritisiert hatte.

Der Verantwortung bewusst sein 

Influencer sollten sich darüber bewusst sein, dass das Zurschaustellen von (wie sie es sehen) Gegnern durchaus gefährlich seien kann. Das Internet ist gerne anonym – wird jedenfalls oft so aufgefasst. Die Mobilisierung von Fangruppen ist in den seltensten Fällen harmlos und endet häufig in Beleidigungen bis zu Drohungen oder Anfeindungen.

So war es bei Amani und diese Art der Konter wird es auch in Zukunft geben. Influencer haben an Macht gewonnen und es ist nicht verwerflich, sich gegen Kritik zu wehren. Das müssen Journalisten lernen und damit umgehen, wenn der Wind sich dreht. Das ist fair, denn auch die Presse hat keinen Freifahrtschein verdient.

Es muss nur auf Augenhöhe ablaufen und ein verletztes Ego berechtigt nicht dazu, einen Menschen zu attackieren. Besonders nicht, wenn Millionen von Menschen ihre Aggressionen kanalisiert auf ein Profil abladen und dieses zu einem rechtsfreien Konter genutzt wird. Influencer, seid euch eurer Macht und auch eures Vorbild-Status bewusst!

GunnarSocial

Westfale im Norden. Begeistert von Smartphones, Gadgets und technischem Firlefanz. Liebt Ska, Social Media und Journalismus. Hat einen Blog und ist auch bei Twitter zu finden.

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Gunnar Social
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