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28. Juni 2019

Influencer: Was ist moralisch vertretbar?

Follower wollen mit Content versorgt werden. Doch wie finanziert man als Influencer seine Reisen – darf man Crowdfunding betreiben?

Influencer-Crowdfunding

Wir leben in einer wirklich sehr spannenden Zeit. Unser Leben spielt sich vermehrt in der Öffentlichkeit ab und durch Social Networks wissen uns völlig fremde Menschen, was wir den ganzen Tag so treiben. Natürlich kann man sich da auch rausziehen, auf der anderen Seite ist es zu einem lukrativen Geschäft geworden, sich einen Käfig aus Glas zu bauen.

Kritik an Influencern gibt es zur Genüge und das ist auch kein Wunder. Wir haben junge Männer, die sich darüber echauffieren, dass sie nicht gegen ein Posting in den VIP-Bereich geleitet werden oder junge Frauen, die kostenlose Übernachtungen in einem Hotel präferieren, wenn sie doch im Gegenzug ein bisschen Werbung machen.

Alle wollen Influencer sein, denn das Internet verspricht eine große Portion Fame und mehr Geld, als man in einem Leben ausgeben kann. Dass es auch Disziplin und mitunter harte Arbeit erfordert, wird schnell vergessen. Dazu ist es so, dass es keine fundierte Ausbildung gibt und Unternehmen genau schauen sollten, mit wem man sich da einlässt – Fake it till you make it.

Influencer-Paar: Mutter finanziert die Reisen 

Nun ist es so, dass Catalin Onc und Elena Engelhardt zu den etwas erfolgreicheren Personen gehören und ihr Leben auf Instagram präsentieren. Das Paar hat es aktuell auf 47.000 Follower gebracht und der Content ist branchenüblich. Viel nackte Haut, Fotos von diversen Reisen und natürlich eine große Hand voll Selfies – und eine Crowdfunding-Kampagne.

Zwar kann man sich das Leben schon durch Aufträge finanzieren, doch das Paar mit dem Instagram-Namen another_beautiful_day_official möchte nicht in die Knochenmühle des Konsums und des Kapitalismus geraten. Finde ich persönlich gar nicht schlimm und es ist auch beneidenswert, wenn man sein Leben danach ausrichtet.

Spannend ist, dass die Mutter des männlichen Hauptdarstellers zwei Jobs hat und die beiden Influencer finanziell unterstützt, damit diese ihre Reisen finanzieren können. Jetzt wird es ein bisschen weird, auf der anderen Seite ist es nicht an mir, darüber zu urteilen. Mein Verstand sagt mir nur, dass ich es ein bisschen uncool finde, die Mutter anzupumpen.

Fans sollen die Reise finanzieren 

Denn sie haben die Möglichkeit, ihr eigenes Geld zu verdienen. Die Geschichte geht aber noch weiter, denn nun möchten sie nach Afrika, um dort mit dem Tandem das Land zu erkunden. Die Follower werden es ihnen danken, denn die Bilder sind größtenteils schon ansprechend. Doch wie finanziert man so eine Reise?

Dafür hat man ja seine Follower und diese werden gebeten, den Betrag von 10.000 Euro zusammenzukratzen ­– so viel Kohle hat Mama nämlich nicht auf der Tasche. Am 20. Juli soll es losgehen. "Wir werden Euch die Schönheit dieses Planeten zeigen, seine Einwohner, aber auch die hässliche Seite. Wir können es aber nicht alleine stemmen, wir brauchen Euch!"

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

We could write a long text about mental health or global warming. We could tell you about following your dreams, or how important stepping out of your comfort zone is. We could tell you how beautiful traveling is, and it’s benefits, or the fact that most news don’t match reality. But we’re going to show you!  Less talking more action. Starting on the 20th of July in the middle of Germany, on a tandem, me and Eli  will cycle towards Africa, and hopefully beyond. We want to take you all on this huge adventure. A celebration of life, as we ride freely across mountains, by the sea and through metropolitans. We will show the beauty of this planet and it’s inhabitants, but also the ugliness. But we can not do this on our own. We need you! The funds we raise will go towards the bike and gear, food and accommodation (when needed), internet and SIM cards in every country to keep you up to date, insurance, emergencies. We need funds now for preparation as well as throughout our trip. Every dollar, every message, every couch or garden for our tent, any help you can offer will help us go further.  We hope you all enjoy and learn with us. TOGETHER WE CAN MAKE A DIFFERENCE another beautiful day with love Cat and Eli Link in bio Or paypal Abd_cat@hotmail.com

Ein Beitrag geteilt von CAT AND ELENA (@another_beautiful_day_official) am Jun 9, 2019 um 3:54 PDT

Tatsächlich haben bereits 30 Leute gespendet und einen Betrag von 817 Euro gesammelt. Immerhin, möchte man meinen. Denn der breite Tenor sah anders aus. Im Grunde regt sich die Community massiv auf und empfiehlt den Protagonisten, sich einen Job zu suchen oder die gestresste Mama mal auf eine Reise zu schicken.

Ist Crowdfunding moralisch vertretbar? 

Nun stellte sich zu Beginn ja die Frage, ob es "erlaubt" ist, seine Follower um Geld anzupumpen. Im Gegenzug gibt es immerhin Content und man wird auf eine Reise mitgenommen, ohne sie natürlich hautnah erleben zu können. Man kann und darf es verwerflich finden und als Influencer muss man diese Meinungen akzeptieren.

Auch gut möglich, dass der Account schrumpft, viele Follower abspringen, da sie es verwerflich finden. Auf der anderen Seite wird niemand gezwungen, den beiden Reisenden Geld zu geben. Auch belügen sie die Follower nicht, wie andere Influencer es machen, indem sie zum Beispiel einen Club für eine Gegenleitung promoten – in dem sie zuvor noch nie waren.

Denn wenn ich einem Clubbesitzer verspreche, gegen kostenlose Getränke und Zugang zum VIP-Bereich eine Promotion zu machen, ist es den Followern gegenüber in meinen Augen verwerflich. Denn denen wird suggeriert, dass es sich um eine tolle Location handelt. Wie will der Influencer es vorher wissen? Hier geht es um reine Werbung, ohne das Produkt zu kennen.

Ja, in meinen Augen ist es keine tolle Idee, auf Kosten der Fans Urlaub zu machen. Besonders, wenn man im Vorfeld die Eltern anpumpt und erklärt, aus diversen Gründen keinen Job annehmen zu wollen. Wenn man offen damit umgeht, ist es zumindest ehrlich und das ist ein Unterschied. Spenden werde ich jedoch definitiv nicht – da fahre ich lieber selber weg.

Bildquelle: 

another_beautiful_day_official

Gunnar

Westfale im Norden. Begeistert von Smartphones, Gadgets und technischem Firlefanz. Liebt Ska, Social Media und Journalismus. Ist bei Twitter zu finden und nebenbei Buchautor.

Themen dieses Artikels
Gunnar Social
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