Clubhouse: Die App für Live-Gespräche

Kaum eine App ist gerade so oft Gesprächsthema wie Clubhouse. Doch woher kommt der Hype um die neue Social-Media-App?

Kaum eine App ist gerade so oft Gesprächsthema wie Clubhouse. Doch woher kommt der Hype um die neue Social-Media-App?

Clubhouse zieht derzeit zahlreiche Menschen in seinen Bann – trotz oder gerade wegen seines simplen Konzeptes: In diversen Clubräumen werden in launiger Atmosphäre Live-Debatten abgehalten. Mit von der Partie sind im Moment aber noch vorrangig Prominente und Influencer, Normalos können sich nicht ohne Weiteres registrieren. Wir verraten dir, warum das so ist und was die Social-Media-App so alles draufhat.

Spannende Live-Debatten ohne Likes und Kommentare

Das Wichtigste vorweg: Clubhouse ist eine reine Audio-App. Likes und Kommentare wie bei Facebook, Instagram und Co. gibt’s nicht, im Grund genommen gibt es bei Clubhouse keinerlei Form der schriftlichen Kommunikation. Das macht die ganze App natürlich umso lebendiger und authentischer.

Die Debatten werden wie bei einem klassischen Live-Event von einem Moderator geleitet, samt virtuellem Publikum. Wenn der Moderator ein entsprechendes Signal erhält, kann er auch Personen aus dem Publikum das Wort erteilen, damit diese sich an der Diskussion beteiligen können

Und wen trifft man so in den Clubhouse-Räumen? Während der Hype um die Social-Media-App anfangs vor allem durch hiesige Influencer geschürt wurde, sind nun auch prominente Politiker wie Christian Lindner oder Bodo Ramelow sowie Kultur- und Medienschaffende wie Joko Winterscheidt, Paul Ripke oder Olli Schulz auf Clubhouse unterwegs.

Dabei werden die unterschiedlichsten Themen besprochen, die natürlich auch immer von dem Ressort abhängen, in dem die Gäste aktiv sind. Häufig werden gesellschaftliche oder politische Sachverhalte erörtert, aber auch Marketing und Kultur sind beliebte Themen bei Clubhouse-Debatten.

Wer selbst ein Clubhouse-Gespräch (langfristig) organisieren oder seine liebsten Gesprächsrunden nicht verpassen will, der profitiert von der Kalenderfunktion, die jedem Nutzer zur Verfügung steht.

Mitglied werden bei Clubhouse? Gar nicht so einfach!

Du würdest dich gerne aktiv an diesen Diskussionen beteiligen oder zumindest im virtuellen Publikum sitzen? Das ist leider gar nicht so einfach. Denn aktuell kann nur Mitglied bei Clubhouse werden, wer von einem anderen Mitglied eingeladen wird. Diese Einladung erfolgt über die Handynummer.

Wer das Glück hatte, einen Einladungslink bekommen zu haben, dem stehen wiederum zwei Einladungen zur Verfügung, die er an andere Personen verteilen kann. Wenn man sich bei den Clubhouse-Debatten besonders rege beteiligt, kann man sich auch Einladungen dazuverdienen.

Dazu kommt, dass die Clubhouse App im Moment nur für iPhones verfügbar ist. Nutzer von Android-Smartphones gucken hingegen in die Röhre. Das könnte sich mittelfristig aber ändern, wenn man den Gerüchten Glauben schenken mag.

Darum wird Clubhouse so exklusiv gehalten

Was aber steckt hinter all diesen Einschränkungen? Laut Paul Davison und Rohan Seth, den Machern von Clubhouse, soll es derzeit vordergründig darum gehen, so viel Feedback wie möglich zu sammeln, um die App anschließend für die breite Masse tauglich zu machen. Schließlich sei die App ja nach wie vor im Beta-Stadium. Das mag auch durchaus der Wahrheit entsprechen.

Doch der Hauptgrund, warum der Clubhouse-Zirkel momentan noch so exklusiv ist, liegt verschiedenen Fachleuten zufolge vermutlich eher darin, dass man sich den Fear-of-missing-out-Effekt zunutze macht: die Befürchtung, etwas Wichtiges zu verpassen – womöglich als Einziger.

Und dass diese Strategie aufzugehen scheint, ist nicht wirklich überraschend. Denn wie wir alle wissen, will man ja immer das, was man nicht kriegen kann.

Kontroversen: Hier gibt es Nachholbedarf

Leider ist bei der Trend-App längst nicht alles Gold, was glänzt. Wie bei etlichen anderen Social-Media-Kanälen hat auch Clubhouse mit rassistischen und sexistischen Aussagen zu kämpfen. Als wäre das nicht lästig genug, kam es immer wieder vor, dass Moderatoren in solchen Fällen nicht ausreichend oder gar nicht intervenierten. Dafür musste die App ordentlich Kritik einstecken.

Um Hassrede in den Clubhouse-Räumen effektiv zu bekämpfen, haben sich die Macher dafür entschieden, die Live-Gespräche mitzuschneiden. Nur wenn sich im Nachhinein herausstellt, dass es keine Aussagen gab, die zu beanstanden sind, wird der Mitschnitt gelöscht – eine wirkungsvolle Lösung auf Kosten des Datenschutzes.

Das Wichtigste im Überblick

  • Clubhouse ist eine Audio-only-App, die derzeit einen extremen Hype erfährt.

  • In verschiedenen Räumen werden Themen aus den Bereichen Politik, Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft erörtert.

  • Mitglieder können sich aktiv beteiligen oder auch nur als Zuhörer dem Geschehen beiwohnen.

  • Um bei Clubhouse mitmischen zu können, muss man von einem anderen Mitglied eingeladen werden.

  • Die Clubhouse App steht lediglich iPhone-Besitzern zur Verfügung. Android-Nutzer können sich die App (noch) nicht downloaden.

Finja

Finja liebt gut gemachte Anwendungen und kennt (so gut wie) jede App. Wenn Sie nicht das Smartphone ihrer Freundin einrichtet, soll sie gerüchteweise auch mal in der analogen Welt unterwegs sein.

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