Du willst unseren News-Alarm?
Yeah, kriegst Du! Trage hier Deine E-Mailadresse ein.

Super, das hat funktioniert!

Wir haben Dir eine E-Mail an die angegebene Adresse geschickt. Schau gleich nach und folge den Anweisungen in der E-Mail.

×
21. März 2018

Per App gegen Falschparker?

Es klingt verlockend: In England können Autofahrer per App angezeigt werden – dafür gibt es sogar Geld. Fluch oder Segen?

klartext Falschparker-App

Es ist ein heikles Thema, keine Frage. Ich selber bin Radfahrer und noch bevor ich laufen konnte, saß ich schon auf meiner Leeze. In Münster ist das durchaus normal und die Westfalenmetropole gilt als El Dorado der Radfahrer, denn hier ist die Welt noch ansatzweise in Ordnung – zumindest, was den Ausbau der Radwege angeht.

Nun wohne ich also in Hamburg und über das, was ich hier so erlebe, wollte ich tatsächlich schon bloggen. Als Radfahrer ist man Freiwild und nur meiner Umsicht ist es zu verdanken, dass ich noch recht ungeschoren davongekommen bin. Dazu habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, Autofahrer durch Fast-Kollisionen zu erziehen.

Das hat vielleicht schon was gebracht, vielleicht aber auch nicht. Ich hoffe ja immer, dass der Schreck sich im Kopf festsetzt. Vielleicht klappt es danach ja mit dem Schulterblick oder vielleicht wird mal geschaut, bevor die Fahrertür geöffnet wird. In England ist man einen Schritt weitergegangen und hat eine App auf den Markt gebracht, die für Ordnung sorgen soll.

Belohnung pro Anzeige 

Das Unternehmen Car Park Management ist für diese App verantwortlich und den Falschparkern geht es nun an den Kragen. Denn jeder Hilfssheriff bekommt stolze 11,50 Euro als Belohnung für eine erfolgreiche Anzeige. Bevor der große Jubel kommt: In Deutschland ist das nicht so einfach und ob der Trend ins Land der Richter und Henker schwappt, ist fraglich.

Im Grunde habe ich mir so eine App gewünscht, frage mich dennoch, ob das nicht einen Schritt zu weit geht. Ich ärgere mich maßlos, wenn ein Behinderten-Parkplatz zugestellt wird, ich mit dem Rad ausweichen muss, da ein Autofahrer nur kurz mal parken will oder ich einen Umweg gehen muss, da eine Auto-Armada selbst bei einem Übergang noch jeden Zentimeter besetzt.

Schnell hört man Wörter wie „Denunziant“, „Petze“ oder „Blockwart“. Und ja, es ist ein innerer Zwiespalt. Im Grunde möchte ich nicht, das wir nun – angestachelt durch einen Nebenverdienst – jedes noch so kleines Fehlverhalten an die Staatsgewalt melden. Das kann nicht Sinn der Sache sein. Doch wo soll man unterscheiden oder die Grenze ziehen?

Einkommen für Studenten und Obdachlose? 

Gernot Kramper hat im Stern einen sehr interessanten Artikel dazu verfasst, der sich genau mit dieser Fragestellung beschäftigt. Für ihn gibt es keinen Unterschied, ob jemand seinen Müll im Wald entsorgt, oder eben ohne Rücksicht im Straßenverkehr unterwegs ist. Das mag durchaus richtig sein, wenn es auch nicht ganz vergleichbar ist.

Dass die Auto-Lobby mit einer solchen App ein Problem hat, liegt auf der Hand. In der Hierarchie stehen Autos an der Spitze der Nahrungskette und Fahrradfahrer sind ein lästiges Übel, das – warum auch immer – auch die heiligen Straßen nutzen darf. Wo Kramper sicher Recht hat: Die Verstöße der Autofahrer werden nicht konsequent geahndet.

Braucht es nun einen Trupp aus Rentnern, Studenten und Obdachlosen, die dieser Gesetzlosigkeit ein Ende bereiten? Haben Autofahrer ein Grundrecht auf Rücksichtslosigkeit? Ja, das Auto hat seit der Nachkriegszeit viele öffentliche Flächen okkupiert und vielleicht ist es an der Zeit, den Fahrern neue Grenzen aufzuzeigen.

Eine App gegen alle? 

Ob eine App mit finanzieller Beteiligung an einer möglichen Strafe der richtige Weg ist, wage ich dezent zu bezweifeln. Denn ein finanzielle Motivation wird nicht die Wurzel bekämpfen, sondern für eine Gier-Mentalität sorgen, in der sich wahrscheinlich noch um den Erstzugriff gestritten wird.

Dazu ist der Gedanke, einkommensschwache Gruppen mit einer Extra-Einnahme zu versorgen mehr als lächerlich. Der Sozialstaat sollte schon andere Vorschläge haben, um seinen Bürgern eine Grundversorgung zu garantieren.

Dass Autofahrer sich allerdings viele Rechte rausnehmen und selten für Vergehen bestraft werden, ist unbestritten. Dass die Auto-Lobby wenig Interesse an einer solchen App hat, ist auch klar. Doch schwarze Schafe gibt es überall und ich denke, für alles eine Belohnungs-App zu entwickeln ist keine Lösung. Wie seht ihr das und meint ihr, diese App ist eine gute Idee?

Gunnar Social

Westfale im Norden. Begeistert von Smartphones, Gadgets und technischem Firlefanz. Liebt Ska, Social Media und Journalismus. Hat einen Blog und ist auch bei Twitter zu finden.

Themen dieses Artikels

iOS Android
Du willst alle aktuellen News per Mail? Dann trage dich in den NEWS-ALARM ein.

Mein Onlineservice

Änderungen und Anpassungen an Ihrem Tarif und Ihren Daten können Sie unkompliziert jederzeit über den Onlineservice durchführen.

Zum Onlineservice
  

Bestellhotline

040 34 8585 100

Mo - Fr08:00 - 20:00 Uhr
Sa09:00 - 17:30 Uhr

Service-Hotline

040 34 8585 300

Mo - Fr08:00 - 22:00 Uhr
Sa - So09:00 - 17:30 Uhr

040 34 8585 305

Mo - Fr08:00 - 20:00 Uhr
Sa09:00 - 17:30 Uhr
  

klarmobil.de auf facebook

facebook.com/klarmobilDE
  

klarmobil.de auf twitter

  

klarmobil.de auf youtube

youtube.de/klarmobilDE
  

klarmobil.de auf instagram

instagram.com/klarmobil.de