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13. April 2021

Das kann die neue Luca App

Wir verraten dir, wie die Luca App funktioniert – und ob sie in der Corona-Pandemie ein Gamechanger sein kann.

Luca App

Endlich wieder mit Freunden in der Kneipe abhängen, auf Konzerte oder ins Theater gehen – das wär’s doch, oder? Damit das alles trotz Corona-Pandemie geht, hat ein innovatives Team um Fanta-4-Rapper Smudo eine neue App zur Kontaktnachverfolgung entwickelt: die Luca App. Doch wie effektiv ist das Tool wirklich? Und wie sieht’s mit datenschutzrechtlichen Bedenken aus?

So funktioniert die Luca App

Wann wir endlich wieder ohne Bedenken verreisen können, steht noch in den Sternen. Doch mit der Luca App soll wieder ein Stück Normalität zurückkehren – so lautet zumindest das Ziel des Berliner Unternehmens Nexenio, das die neuartige Smartphone-Anwendung entwickelt hat.

Das Prozedere läuft ganz easy: Wenn du eine Bar, ein Restaurant, ein Theater oder andere eine öffentliche Location besuchst, registrierst du dich am Eingang über einen QR-Code und hinterlässt so auf digitalem Wege deine Anschrift und deine Telefonnummer.

Du musst deine Daten somit nicht mehr in Listen eintragen, die womöglich für jeden ersichtlich sind. Das ist aus Datenschutz-Sicht sehr erfreulich – und Betreiber müssen sich nicht mehr mit der lästigen „Zettelwirtschaft“ herumplagen. Quasi eine Win-win-Situation.

Sobald du die jeweilige Einrichtung bzw. einen im Vorfeld definierten Radius um die Location wieder verlässt, wirst du automatisch ausgecheckt. Dabei wird logischerweise auf die Standort-Funktion deines Smartphones zurückgegriffen. Etwa 40.000 Betriebe sind bereits mit am Start, wären also bereit, sofort wieder Gäste zu empfangen, wenn diese die Luca App nutzen.

Aber auch für private Treffen eignet sich die App grundsätzlich sehr gut. Dazu muss im Vorfeld nur ein QR-Code erstellt werden, über den sich alle teilnehmenden Personen registrieren. Kommt es zu einer Ansteckung, greift das jeweilige Gesundheitsamt auf die Daten zurück, um die Infektionskette zu durchbrechen.

Luca App: Wo ist sie verfügbar?

Bereits seit Anfang des Jahres ist die Luca App kostenlos im Google Play Store und im App Store erhältlich. Nun wollen erste Behörden die App auch offiziell zur Kontaktnachverfolgung einsetzen. So nutzen unter anderem die Gesundheitsämter in Thüringen und Baden-Württemberg schon jetzt die App. Mit weiteren Ländern sowie einzelnen Landkreisen und Städten laufen Verhandlungen.

Wichtig: Bevor die App genutzt werden kann, musst du zunächst deinen Namen, deine Anschrift und deine Telefonnummer angeben. Die Angaben sollten natürlich der Wahrheit entsprechen, damit das Konzept auch aufgeht und die Kontaktnachverfolgung durch die Ämter funktionieren kann.

Der große Vorteil der Luca App gegenüber der Corona-Warn-App der Bundesregierung: Kontakthistorien können ganz einfach auf die Tools der Gesundheitsämter übertragen werden. Denn die Anwendung besitzt eine Schnittstelle zu der Software Sormas. Diese wird größtenteils von den Ämtern zur Kontaktnachverfolgung genutzt.

Die Luca App soll die Corona-Warn-App aber keineswegs ersetzen, sondern den Gesundheitsämtern lediglich als Ergänzung dienen. Und das ist auch bitter nötig, denn der Erfolg der Corona-Warn-App ist bislang – gelinde gesagt – eher überschaubar.

Datenschützer haben Zweifel

Heißt das, dass wir nun wieder bedenkenlos in den schmerzlich vermissten Biergarten, zum Lieblingsitaliener und zum Poetry Slam gehen können, wenn wir die Luca App installieren? Schön wär’s – denn leider ist bei dem Tool nicht alles Gold, was glänzt. Experten haben bereits einige teils gravierende Mängel in puncto Datensicherheit entdeckt.

So wird unter anderem bemängelt, dass der Schutz vor Hackerangriffen unzureichend sei. Bestimmte Informationen sollen sich von findigen ITlern relativ leicht herausfinden lassen. Daher fordern Datenschützer dringend Nachbesserungen an der App, etwa eine dezentrale Speicherung der Benutzerdaten.

Schwächen zeigt die Luca App auch, wenn es sich bei der Location um ein besonders großes Gelände, zum Beispiel einen Tierpark, handelt. Denn auch in solchen Fällen wird nur ein einziger QR-Code für den Check-in genutzt. Das hat zur Folge, dass auch Besucher gewarnt werden, die während ihres Aufenthalts zu jeder Zeit einen Kilometer von der jeweiligen infizierten Person entfernt waren.

Ein weiterer, entscheidender Knackpunkt bei der Luca App: Sie kann ihre Stärken nur dann vollständig ausspielen, wenn sie flächendeckend genutzt wird, und zwar gleichermaßen von Betrieben und Gesundheitsämtern.

Das Wichtigste im Überblick

  • Mit der Luca App sollen Kontaktnachverfolgungen deutlich erleichtert werden. Das wiederum soll Besuche in Restaurants, Bars, Zoos, Theatern etc. ermöglichen – trotz Corona-Pandemie.
  • Im Google Play Store und im App Store kannst du seit Anfang des Jahres die Luca App zum Nulltarif herunterladen.
  • Erste Bundesländer nutzen die App bereits zur Kontaktverfolgung; allerdings muss die Anwendung flächendeckend eingesetzt werden, damit das angedachte Konzept aufgeht.
  • Datenschützer warnen vor Sicherheitslücken: Bestimmte Informationen können wohl relativ leicht an Dritte gelangen.

Foto: ©Shutterstock/Camilo Concha

Finja

Finja liebt gut gemachte Anwendungen und kennt (so gut wie) jede App. Wenn Sie nicht das Smartphone ihrer Freundin einrichtet, soll sie gerüchteweise auch mal in der analogen Welt unterwegs sein.

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