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24. Januar 2019

YouTube verbietet bescheuerte Mutproben

Neue Regeln verbieten Videos von gefährlichen Aktionen. Wie konsequent wird YouTube die Richtlinien durchziehen?

Youtube verbietet gefährliche Mutproben

Das war dann offenbar eine fragwürdige Challenge zu viel! Zuletzt war von YouTube oft im Zusammenhang mit der Bird-Box-Challenge die Rede.

Eine Mutprobe, die auf den gleichnamigen Film bei Netflix basiert. Menschen filmen sich dabei, wie sie versuchen ihren Alltag mit verbundenen Augen zu bestehen. Autofahren, Rolltreppe benutzen – alles ziemlich dämlich und gefährlich.

Die Videos veröffentlichten die User dann bei YouTube.

YouTube will künftig gefährliche Videos von Mutproben und Streichen sperren

Aktualisierte Nutzungsbedingungen

Erst warnte Netflix vor solchen Mutproben, jetzt zieht Googles Videoplattform nach und verschärft die Regeln.

Als Grund für die aktualisierten Nutzungsrichtlinien nennt YouTube zwar nicht Explizit die Bird-Box-Challenge, spricht aber von "gefährlichen Herausforderungen und Streichen". Die sind ab sofort verboten.

Konkret heißt es:

"Herausforderungen, bei denen ein Todesrisiko besteht, sind auf YouTube verboten. Inhalte, bei denen ein Kind an gefährlichen Herausforderungen teilnimmt, die ein unmittelbares Verletzungsrisiko darstellen, sind ebenfalls verboten.

Wir erlauben auch keine Streiche, bei denen Opfer glauben, dass sie in Gefahr sind, oder Streiche, die echten körperlichen Schaden verursachen können. Gefährliche oder missbräuchliche Streiche, die bei Kindern zu emotionalem Stress führen können, sind ebenfalls verboten."

Übergangsfrist zwei Monate – sonst Sperre

YouTube gibt seinen Usern zwei Monate Zeit, sämtliche gefährlichen Fail-, Prank-, Streich- und Mutprobenvideos zu löschen.

Sind nach dieser Übergangszeit solche Videos weiter online oder werden erneut hochgeladen, droht die Videoplattform damit die entsprechenden Kanäle zu sperren.

In einem FAQ spricht YouTube konkrete, fragwürdige Challenges und Pranks an, die in den sozialen Netzwerken für viel Aufmerksamkeit gesorgt hatten und künftig auf der Plattform verboten sind.

Zum Beispiel die Tide-Pod-Challenge, bei der die Herausforderung lautet: Beiß in eine Waschmittelkapsel bis sie platzt. Vor allem in den USA landeten wegen dieser Challenge viele Jugendlichen mit Vergiftungen im Krankenhaus.

Ein klarer Fall und nachvollziehbar, dass solche Videos gelöscht werden sollen.

Wie strikt werden die neuen Regeln umgesetzt?

Schwieriger wird es bei so einem Kanal wie Fail Army, der Videos von Pannen, Missgeschicken und alltägliche Dummheiten sammelt und zusammenfasst – aber nicht selber produziert. Kann es sich YouTube leisten einen so extrem erfolgreichen Kanal mit 14 Millionen Abonnenten demnächst dicht zu machen?

Und was ist mit dem Streich, den US-Comedian Jimmy Kimmel regelmäßig zu Halloween Kindern spielt?

Eltern erzählen ihren Kindern, dass sämtliche gesammelte Halloween-Süßigkeiten weg sind. Das endet natürlich fast immer in Weinen, Schreien und Wutausbrüchen – und die Eltern filmen die Reaktionen ihrer Kids. Ergebnis: Millionen von Klicks auf YouTube.

Es wird spannend zu sehen sein, wie sich YouTube in solchen Situationen positioniert und wie konsequent das Unternehmen seine aktualisierten Nutzungsbedingungen durchzieht.

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